Öffnet in einem neuen Tab

Läuft Ihre Wärmepumpe im Winter so effizient wie geplant?

Der erste Winter ist der Härtetest für jede neue Wärmepumpe. Jetzt zeigt sich, ob Auslegung, Heizkurve und Hydraulik zusammenpassen. Mit wenigen Kennzahlen prüfen Sie selbst, ob Ihre Anlage im grünen Bereich läuft.

Matthias Schmidt – Inhaber Ingenieurbüro Schmidt, Energieberater
Matthias Schmidt
Dipl.-Ing. & Gebäude-Energieberater
Wärmepumpe im Winter mit Reif am Außengerät vor einem verschneiten Einfamilienhaus, darüber Effizienz-Skala Arbeitszahl im grünen Bereich – KI-generiertes Bild

Das Wichtigste in Kürze

  • Maßstab für die Effizienz ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandshäusern erreichen im Feldtest des Fraunhofer ISE im Mittel 3,4, Erdreich-Wärmepumpen 4,3.
  • Die Effizienz hängt vor allem an der Vorlauftemperatur. Ein Zusammenhang mit dem Baualter des Hauses zeigte sich in der Fraunhofer-Messung nicht.
  • Der Heizstab verbrauchte im Feldtest im Mittel nur rund 1,3 Prozent des Stroms. Sehr hohe Anteile gingen dort auf Störungen oder Fehleinstellungen zurück.
  • Eine starke Nachtabsenkung bringt bei Wärmepumpen wenig, so die Verbraucherzentrale.
  • Regelmäßiges Abtauen ist bei Luft-Wärmepumpen im Winter normal.
  • Sehr häufiges An- und Ausschalten (Takten) kostet Effizienz und Lebensdauer des Verdichters.
  • Die gesetzliche Betriebsprüfung nach § 60a gilt erst ab sechs Wohnungen. Im Einfamilienhaus lohnt derselbe Check trotzdem freiwillig.

Was „effizient wie geplant“ bei einer Wärmepumpe bedeutet

Eine Wärmepumpe läuft wie geplant, wenn die gemessene Jahresarbeitszahl den Wert erreicht, auf den die Anlage ausgelegt wurde. Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe über ein Jahr aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 3,4 bedeutet also 3,4 kWh Wärme pro kWh Strom.

Für geförderte Anlagen ist ein Mindestwert vorgegeben. Die technischen Mindestanforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude verlangen, dass Wärmepumpen auf eine JAZ von mindestens 3,0 ausgelegt werden. Das ist ein Rechenwert aus der Planung. Ob er im Betrieb erreicht wird, zeigt erst die Messung.

Wie realistisch diese Werte im Altbau sind, hat das Fraunhofer ISE von Mitte 2021 bis Ende 2024 an 77 Anlagen in bestehenden Einfamilienhäusern gemessen. 83 Prozent der Gebäude stammen aus der Zeit vor 1995.

Kennwert (Fraunhofer ISE, 2025)Luft-Wasser-WärmepumpeErdreich-Wärmepumpe
Jahresarbeitszahl im Mittel3,44,3
Bandbreite der Anlagen2,6 bis 4,93,6 bis 5,4
Anteil Heizstab an der elektrischen Arbeitca. 1,3 %nahe 0 %

Die Spanne ist der eigentliche Befund. Zwischen 2,6 und 4,9 liegt bei gleichem Wärmebedarf fast eine Verdopplung der Stromkosten.

Wo Ihre Anlage in dieser Spanne liegt, hängt laut Fraunhofer ISE vor allem an den nötigen Heizkreistemperaturen, also an Heizflächen, Sanierungsstand und Heizkurve. Quelle ist der Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“ des Fraunhofer ISE vom 25.11.2025.

Die genannten Werte sind Erzeugerarbeitszahlen. Dabei wird die erzeugte Wärme unmittelbar nach der Wärmepumpe bilanziert, auch der Elektroheizstab ist berücksichtigt. Bezieht man zusätzlich Speicher- und Verteilverluste sowie weitere Pumpenarbeit ein, lag die Systemarbeitszahl im Mittel rund 15 Prozent niedriger. Die Messperiode war außerdem vergleichsweise mild, Temperaturen unter minus 5 Grad traten nur selten auf.

Infografik Wärmepumpe im Winter mit vier Prüfwerten: Arbeitszahl, Heizstab, Verdichterstarts und Vorlauftemperatur mit Feldtest-Werten und Warnsignalen – KI-generiertes Bild

So ermitteln Sie die Arbeitszahl Ihrer Wärmepumpe selbst

Für die eigene Arbeitszahl brauchen Sie die erzeugte Wärme und den verbrauchten Strom über denselben Zeitraum. Die Wärme erfasst ein Wärmemengenzähler direkt nach der Wärmepumpe am genauesten, und zwar für Heizung und Warmwasser zusammen.

Den Strom liefert ein eigener Zähler für die Wärmepumpe, falls einer verbaut ist. Bei einer über die BEG geförderten Wärmepumpe müssen Stromverbrauch und erzeugte Wärme ohnehin gemessen und in einer Effizienzanzeige ausgewiesen werden.

Viele Geräte zeigen beide Werte zusätzlich im Display oder in der App an. Diese Anzeigen sind je nach Hersteller teils berechnet statt gemessen. Für einen groben Trend reichen sie, für eine belastbare Bewertung nicht.

So gehen Sie im ersten Winter vor:

  1. Lesen Sie Wärmemenge und Stromverbrauch zum Monatsanfang ab und notieren Sie beide Werte.
  2. Teilen Sie die Wärme des Monats durch den Strom des Monats. Das ist die Monatsarbeitszahl.
  3. Vergleichen Sie Monate mit ähnlicher Außentemperatur, nicht Dezember mit April.
  4. Bilden Sie nach zwölf Monaten die Jahresarbeitszahl und legen Sie sie neben den Planungswert.

Im Winter liegt die Monatsarbeitszahl in der Regel unter dem späteren Jahreswert. Je kälter die Außenluft, desto größer ist der Temperaturunterschied, den die Wärmepumpe überwinden muss. Ein einzelner kalter Monat ist deshalb noch kein Warnsignal. Auffällig wird es, wenn die Werte über mehrere Wochen deutlich unter vergleichbaren Anlagen oder unter der Planung liegen.

Heizkurve und Vorlauftemperatur als größter Hebel

Die Vorlauftemperatur ist der wichtigste Einflussfaktor auf die Effizienz. In der Fraunhofer-Messung zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Effizienz und Betriebsbedingungen nur bei den Heizkreistemperaturen. Je niedriger das Wasser im Heizkreis sein darf, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe für dieselbe Wärme.

Die Vorlauftemperatur wird über die Heizkurve gesteuert. Sie legt fest, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur sein soll. Bei Flächenheizungen lagen die aus den Messdaten abgeleiteten Vorlauftemperaturen für minus 10 Grad Außentemperatur meist um 35 Grad, mit einer Abweichung von etwa 3 Kelvin nach oben und unten.

Auch Heizkörper schließen eine niedrige Temperatur nicht aus. Ausreichend dimensionierte Heizkörper liefen im Feldtest mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie Fußbodenheizungen. Das Fraunhofer ISE empfiehlt deshalb, die Heizkörper raumweise zu prüfen und gezielt einzelne zu kleine Heizkörper zu tauschen.

Eine zu hoch eingestellte Heizkurve kommt in der Praxis vor. Im Feldtest waren Heizkurven mitunter mit einem höheren Fußpunkt eingestellt als in einer Standardkurve vorgesehen.

Voraussetzung für eine niedrige Kurve ist ein sauber eingestelltes Heizsystem, also ein hydraulischer Abgleich. Ohne ihn bekommen einzelne Räume zu wenig Wasser, und die Kurve wird für den schwächsten Raum hochgesetzt.

Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe

Eine starke Nachtabsenkung lohnt sich bei Wärmepumpen in der Regel nicht. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu: „Bei Wärmepumpen oder Fußbodenheizung bringt eine starke Absenkung oder Abschaltung wenig.“ Den klassischen Spareffekt der Nachtabsenkung sieht die Verbraucherzentrale nur bei Kesseln mit Heizkörpern.

Der Grund liegt in der Arbeitsweise. Eine Wärmepumpe arbeitet besonders effizient mit niedrigen und möglichst gleichmäßigen Heizkreistemperaturen. Nach einer starken Nachtabsenkung muss am Morgen zusätzliche Wärme nachgeliefert werden. Je nach Regelung kann das zu längeren Laufzeiten, höheren Solltemperaturen oder zusätzlichem Heizstabeinsatz führen und einen Teil der nächtlichen Einsparung wieder aufzehren.

Prüfen Sie deshalb, ob eine Nachtabsenkung aktiv ist und wie stark sie ausfällt. Eine leichte Absenkung kann je nach Gebäude und Heizflächen sinnvoll sein. Eine vollständige Abschaltung über Nacht ist bei Wärmepumpen in der Regel nicht empfehlenswert.

Heizstab: Wie viel ist normal?

Der Heizstab soll im Normalbetrieb kaum laufen. Bei den Luft-Wasser-Wärmepumpen im Fraunhofer-Feldtest lag sein Anteil an der elektrischen Arbeit im Mittel bei rund 1,3 Prozent, ohne Anlagen mit zusätzlichem Kessel bei etwa 1,6 Prozent. 84 Prozent der gemessenen Anlagen hatten einen Heizstab als Backup verbaut.

Der Heizstab wandelt eine Kilowattstunde Strom in eine Kilowattstunde Wärme um. Die Wärmepumpe macht aus derselben Kilowattstunde im Mittel mehr als das Dreifache. Jede Stunde, in der der Heizstab unnötig mitläuft, drückt deshalb direkt die Arbeitszahl.

Einzelne Anlagen mit hohem Heizstabeinsatz gingen im Feldtest auf Gerätestörungen oder Fehler in der Parametrierung zurück. Mögliche Gründe für einen auffälligen Heizstab-Anteil sind:

  • Freigabe zu früh eingestellt: Der Heizstab darf schon bei milden Außentemperaturen zuschalten, obwohl die Wärmepumpe die Last noch allein schafft.
  • Warmwasser: Hohe Warmwassertemperaturen verschlechtern die Effizienz. Je nach Wärmepumpenmodell kann für besonders hohe Temperaturen oder eine regelmäßige Aufheizung zusätzlich der elektrische Heizstab erforderlich sein. Welche Temperatur im Einfamilienhaus tatsächlich nötig ist, erklären wir im Beitrag zur richtigen Warmwassertemperatur bei der Wärmepumpe.
  • Auslegung zu knapp: Reicht die Leistung der Wärmepumpe bei tiefen Temperaturen nicht aus, übernimmt der Heizstab den Rest. Grundlage einer passenden Auslegung ist die Heizlastberechnung für die Wärmepumpe.

Ob der Heizstab gelaufen ist, zeigen viele Geräte in den Betriebsstunden oder in der Energiestatistik getrennt an. Diese Werte lohnt ein Blick nach der ersten kalten Woche.

Wichtig:

Läuft der Heizstab für die Raumheizung regelmäßig auch bei Außentemperaturen über dem Gefrierpunkt, lassen Sie die Anlage prüfen. Ursache kann eine falsche Einstellung, aber auch eine Störung der Wärmepumpe sein.

Wie hoch die Arbeitszahl Ihrer Anlage sein müsste, ergibt sich aus Heizlast, Heizflächen und Vorlauftemperatur. Liegen Ihre gemessenen Werte deutlich darunter, lohnt eine Einordnung von außen, bevor an einzelnen Reglern gedreht wird.

Wir ordnen die Werte Ihrer Wärmepumpe ein

Wir prüfen Heizlast, Heizflächen und Messwerte und zeigen, wo Ihre Wärmepumpe Effizienz verliert.

Jetzt anfragen

Abtauen im Winter ist normal

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss bei kalter und feuchter Außenluft regelmäßig abtauen. Am Verdampfer der Außeneinheit bildet sich dann Eis, das den Wärmeübergang behindert. Um es zu entfernen, kehrt die Anlage kurzzeitig ihren Kreislauf um und schickt Wärme nach außen.

Alle Außenluft-Anlagen im Fraunhofer-Feldtest arbeiteten mit dieser Prozessumkehr-Abtauung. Die Wärme dafür wird dem Heizungswasser oder dem Speicher entzogen. Dieser Energieaufwand ist in den gemessenen Jahresarbeitszahlen von 3,4 im Mittel bereits enthalten.

Regelmäßige Abtauphasen gehören also zum Winterbetrieb einer Luft-Wärmepumpe. Wichtig ist, dass die Außeneinheit frei steht und Luft ungehindert ansaugen und ausblasen kann.

Wenn die Wärmepumpe ständig an- und ausgeht

Häufiges Takten ist ein Warnsignal für Probleme in Regelung oder Hydraulik. Im Fraunhofer-Feldtest reichte die Zahl der Verdichterstarts bei Luft-Wasser-Wärmepumpen von 550 bis 15.800 pro Jahr. 90 Prozent der Anlagen lagen unter 5.500 Starts, etwa ein Drittel bei höchstens 2.000.

Jeder Start belastet den Verdichter. Sehr kurze Laufzeiten von nur wenigen Minuten können laut Fraunhofer ISE mitunter sogar direkte Schäden verursachen. Ziel sind deshalb lange, gleichmäßige Laufzeiten.

Die Ursachen lagen im Feldtest vor allem in Regelung und Hydraulik:

  • eine Regelung auf die Vorlauftemperatur
  • eine sehr kleine Schaltdifferenz
  • große Unterschiede bei Leistung oder Volumenstrom zwischen Wärmepumpe und Heizkreis
  • ein schlecht genutzter Modulationsbereich der Wärmepumpe
  • Raumheizung auch im Sommer
  • empfindliche Hydraulik, etwa eine hydraulische Weiche oder kleine parallel eingebundene Speicher

Auch die Größe der Anlage spielt hinein. Die meisten untersuchten Wärmepumpen hatten bei minus 7 Grad eine deutliche Leistungsreserve, waren also großzügig dimensioniert. Allein entscheidend für das Takten war die Auslegung aber nicht. Auch Anlagen mit mehr als der doppelten nötigen Leistung kamen mit unter 4.000 Starts im Jahr aus. Die Zahl der Starts finden Sie bei vielen Geräten in der Betriebsstatistik.

Der Betriebs-Check nach dem ersten Winter

Für größere Mehrfamilienhäuser schreibt der Gesetzgeber einen solchen Check inzwischen vor. Nach § 60a des Gebäudeenergiegesetzes, heute Gebäudemodernisierungsgesetz, müssen Wärmepumpen, die nach dem 31.12.2023 eingebaut wurden, in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten geprüft werden. Fällig ist die Prüfung nach einer vollständigen Heizperiode, spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser mit bis zu fünf Wohnungen gilt diese Pflicht nicht. Der Prüfkatalog aus § 60a ist trotzdem eine gute Vorlage für den eigenen Check nach dem ersten Winter. Er umfasst unter anderem:

  • den hydraulischen Abgleich
  • Heizkurve, Abschalt- oder Absenkzeiten, Heizgrenztemperatur und die Einstellungen der Warmwasserbereitung
  • Vor- und Rücklauftemperaturen
  • eine messtechnische Auswertung der Jahresarbeitszahl mit Verbesserungsvorschlägen bei größerer Abweichung
  • die Außeneinheit und die Dämmung der Rohrleitungen

Nicht jeden Punkt prüfen Sie selbst. Heizkurve, Absenkzeiten, Heizstab-Stunden und Verdichterstarts lassen sich aber am Regler ablesen. Die Arbeitszahl rechnen Sie mit den Zählerwerten nach. Damit haben Sie die Grundlage für ein Gespräch mit Installateur oder Energieberater.

Für eine Förderung der Optimierung ist es im ersten Winter noch zu früh. Die BAFA-Heizungsoptimierung setzt unter anderem voraus, dass die Heizungsanlage älter als zwei Jahre ist und das Gebäude höchstens fünf Wohneinheiten hat. Gefördert werden dann 15 Prozent der Kosten, bei Wärmepumpen ausdrücklich auch deren Optimierung.

Voraussetzung ist ein hydraulisch abgeglichenes Heizsystem, und der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Auch der Austausch einzelner zu kleiner Heizkörper gegen Niedertemperaturheizkörper gehört zur Heizungsoptimierung und lässt sich vorher raumweise durchrechnen.

Fazit

Der erste Winter zeigt, ob eine Wärmepumpe so arbeitet, wie sie geplant wurde. Die Jahresarbeitszahl ist der Maßstab, die Vorlauftemperatur der größte Hebel. Heizstab-Stunden, Verdichterstarts und Absenkzeiten verraten, wo Effizienz verloren geht.

Die Fraunhofer-Messungen zeigen, dass auch Altbauten gute Werte erreichen, wenn die Heizflächen niedrige Vorlauftemperaturen erlauben und Heizkurve und Hydraulik stimmen. Abtauen ist dabei normal, häufiges Takten und ein oft laufender Heizstab sind es nicht.

Wer seine Werte über die Heizperiode notiert, kann nach zwölf Monaten sicher sagen, ob die Anlage im Plan liegt. Wie die Wärmepumpe in die gesamte Heizungsplanung passt, zeigt unser Ratgeber Heizung modernisieren.

Häufige Fragen

Hier finden Sie kurze Antworten auf die häufigsten Fragen zum Winterbetrieb der Wärmepumpe.

Wie effizient ist eine Wärmepumpe im Winter?

Im Winter arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe weniger effizient als in der Übergangszeit, weil die Außenluft kälter ist. Über das ganze Jahr erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandshäusern im Fraunhofer-Feldtest trotzdem eine mittlere Jahresarbeitszahl von 3,4. Entscheidend ist eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur.

Ist eine Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe sinnvoll?

Eine starke Nachtabsenkung oder Abschaltung bringt bei Wärmepumpen laut Verbraucherzentrale wenig. Das morgendliche Wiederaufheizen kann je nach Regelung zu längeren Laufzeiten, höheren Solltemperaturen oder Heizstabeinsatz führen. Eine leichte Absenkung kann je nach Gebäude und Heizflächen sinnvoll sein.

Wann springt der Heizstab der Wärmepumpe an?

Der Heizstab soll nur bei sehr tiefen Außentemperaturen, bei Störungen oder für besondere Warmwasseraufgaben zuschalten. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen lag sein Anteil im Fraunhofer-Feldtest im Mittel bei rund 1,3 Prozent des Stroms. Läuft er häufig, kann eine ungünstige Einstellung oder eine Störung der Wärmepumpe dahinterstecken.

Warum geht meine Wärmepumpe ständig an und aus?

Häufiges Takten entsteht laut Fraunhofer ISE vor allem durch Regelung und Hydraulik, etwa eine sehr kleine Schaltdifferenz oder ungünstig eingebundene Speicher. Eine überdimensionierte Wärmepumpe kann es verstärken. Viele Starts mit kurzen Laufzeiten belasten den Verdichter und sollten fachlich geprüft werden.

Ist das Abtauen der Wärmepumpe ein Defekt?

Regelmäßiges Abtauen ist kein Fehler. Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen bei kalter, feuchter Witterung den vereisten Verdampfer regelmäßig abtauen. Die Energie dafür ist in den gemessenen Jahresarbeitszahlen bereits enthalten.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Inhalte sorgfältig geprüft, dennoch ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.

Ähnliche Beiträge

Person prüft Warmwassertemperatur am Regler neben Trinkwarmwasserspeicher und Wärmepumpen-Inneneinheit im Keller – KI-generiertes Bild

Legionellen bei der Wärmepumpe und die richtige Warmwassertemperatur

Straßenbau für Fernwärmeleitung neben Einfamilienhaus mit bereits installierter Wärmepumpe – KI-generiertes Bild

Muss ich auf Fernwärme warten? Was der Wärmeplan wirklich bedeutet

Alte Heizung außer Betrieb neben neuem Wärmepumpen-Innengerät im Keller – KI-generiertes Bild

Was bei einem Heizungs-Totalausfall 2026 wirklich gilt

Matthias Schmidt – Inhaber Ingenieurbüro Schmidt, Energieberater

Über den Autor

Matthias Schmidt

Als Bauingenieur (Dipl.-Ing. FH) und zertifizierter Energieberater habe ich jahrelang Sanierungen in der Region Köln und Duisburg begleitet. Mit der Gründung meines Ingenieurbüros habe ich diese Expertise gebündelt, um mein Wissen gezielt für die Förderprojekte von Hausbesitzern einzusetzen.

Jetzt anfragen