Fassadendämmung: Arten, Kosten & Förderung im Überblick

Die Fassadendämmung gehört zu den wirksamsten Maßnahmen der energetischen Sanierung. Wer seine Außenwand dämmt, senkt dauerhaft die Heizkosten und steigert den Wohnkomfort spürbar. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Dämmung für Ihre Fassade geeignet ist, was sie kostet und welche staatliche Förderung Sie nutzen können.

Matthias Schmidt – Inhaber Ingenieurbüro Schmidt, Energieberater
Matthias Schmidt
Dipl.-Ing. & Gebäude-Energieberater
Handwerker bringt Dämmplatten (WDVS) an der Außenwand eines Altbaus an – Fassadendämmung zur energetischen Sanierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Fassadendämmung kann die Heizkosten je nach Gebäudezustand deutlich senken
  • Drei Hauptmethoden: WDVS (Außendämmung), Kerndämmung, Innendämmung
  • Kosten: ca. 100–200 Euro pro Quadratmeter je nach Methode
  • BAFA-Zuschuss: 15 % der förderfähigen Kosten (mit iSFP bis zu 20 %)
  • KfW: Ergänzungskredit bis 120.000 € je Wohneinheit zusätzlich zur Zuschussförderung möglich
  • Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden

Warum lohnt sich die Fassadendämmung im Altbau?

Gerade im Altbau geht über die Außenwände ein großer Teil der Wärme verloren. Eine fachgerecht ausgeführte Dämmung der Fassade reduziert diesen Verlust erheblich und macht die Immobilie langfristig energieeffizienter.

Neben dem Sparen bei den Heizkosten verbessert eine gute Wärmedämmung auch das Raumklima. Im Winter bleibt die Wärme im Wohngebäude, im Sommer heizt sich die Fassade weniger auf.

Vorteile einer Fassadendämmung: Wärmedämmung und Schallschutz

  • Deutlich geringere Heizkosten durch reduzierte Wärmeverluste
  • Kann bei fachgerechter Planung und Ausführung das Risiko von Feuchte- und Schimmelproblemen reduzieren
  • Verbesserter Schallschutz gegenüber Außenlärm
  • Höherer Wohnkomfort durch gleichmäßige Wandtemperaturen
  • Steigern Sie den Wert Ihrer Immobilie langfristig

Wann ist energetisch Sanieren sinnvoll?

Energetisch sanieren lohnt sich besonders dann, wenn Putz oder Heizung ohnehin erneuert werden müssen. So lassen sich Arbeiten bündeln und Sowieso-Kosten (z. B. Gerüst oder Putzerneuerung) effizient mitnutzen – und die Gebäudehülle wird gleichzeitig auf einen modernen Stand gebracht.

Die wichtigsten Arten der Fassadendämmung

Welches Material eignet sich für Ihre Fassade? Das hängt vom Mauerwerk und der Bauweise ab. Es gibt drei Methoden, die sich in Aufwand, Kosten und Dämmwirkung unterscheiden.

WDVS: Dämmplatten an der Außenwand

Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist die verbreitetste Außendämmung. Dämmplatten werden direkt an die Fassade geklebt und anschließend verputzt. Die Dämmwirkung ist hoch, die Umsetzung beim Einfamilienhaus gut planbar.

Das WDVS eignet sich für nahezu alle einschaligen Außenwände. Je nach gewähltem Dämmstoff und Dämmschicht variiert die Energieeffizienz – Mineralwolle und EPS sind die gängigsten Materialien.

Hinterlüftete Fassade als Alternative

Bei der hinterlüfteten Fassade wird ein Luftspalt zwischen Dämmung und Verkleidung eingebaut. Das erlaubt eine natürliche Belüftung und schützt effektiv vor Feuchtigkeit und Schimmel.

Diese Variante ist aufwendiger als das WDVS, bietet aber gestalterisch mehr Freiheit und kommt häufig beim Neubau oder anspruchsvolleren Sanierungen zum Einsatz.

Kerndämmung beim zweischaligen Mauerwerk

Beim zweischaligen Mauerwerk – typisch für Baujahre der 1950er bis 1970er – befindet sich ein Hohlraum zwischen den Mauerschalen. Dieser lässt sich per Einblasdämmung mit Dämmstoff füllen, ohne die Fassade aufwendig zu verkleiden.

Die Kerndämmung ist kostengünstig und schnell umsetzbar. Voraussetzung ist ein intaktes zweischaliges Mauerwerk ohne Feuchtigkeitsschäden.

Einblasdämmung: Kosten und Eignung

Die Einblasdämmung eignet sich für Hohlräume im Mauerwerk sowie bestimmte Holzständerwände. Ein Fachbetrieb bläst den Dämmstoff durch kleine Bohrungen ein – der Aufwand ist gering, die Wirkung fachgerecht ausgeführt sehr gut.

Die Einblasdämmung ist deutlich günstiger als eine vollständige Außendämmung und eignet sich damit besonders gut, um schnell und kostengünstig zu dämmen.

Innendämmung: Wann ist sie die richtige Wahl?

Die Innendämmung kommt zum Einsatz, wenn eine Dämmung von außen nicht möglich ist – etwa bei denkmalgeschützten Gebäuden. Die Dämmung von innen wird an der Innenseite der Außenwand angebracht.

Wichtig: Eine Innendämmung muss fachgerecht geplant werden, da sonst Feuchtigkeit im Wandaufbau kondensieren und Schimmel entstehen kann. Außerdem reduziert die Dämmung von innen die nutzbare Wohnfläche geringfügig.

Kosten einer Fassadendämmung für ein Einfamilienhaus

Die Kosten einer Fassadendämmung hängen von Methode, Dämmstoff, Wandfläche und regionalen Handwerkerpreisen ab. Als Orientierung kann man mit folgenden Werten rechnen:

MethodeKosten (ca.)
WDVS120–200 Euro pro Quadratmeter
Hinterlüftete Fassade150–250 Euro pro Quadratmeter
Kerndämmung / Einblasdämmung20–60 Euro pro Quadratmeter
Innendämmung80–150 Euro pro Quadratmeter

Welche Faktoren beeinflussen den Preis?

Fassadendämmung gibt es in sehr unterschiedlichen Preisklassen. Entscheidend sind neben der Methode auch die Zugänglichkeit der Fassade und der Zustand des Untergrunds. Ein Gerüst macht bei der Außendämmung einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus.

Lässt sich durch Eigenleistung sparen?

Bei der Innendämmung lässt sich durch Eigenleistung sparen, da einzelne Arbeitsschritte ohne Spezialkenntnisse ausführbar sind. Eigenleistungen sind je nach Maßnahme möglich; häufig werden dann Materialkosten berücksichtigt, wenn die technischen Anforderungen eingehalten und vom Energieeffizienz-Experten bestätigt werden. Bei komplexen Arbeiten wie einem WDVS ist die Ausführung durch einen Fachbetrieb in der Praxis üblich.

Gibt es Geld vom Staat? Förderung für die Fassadendämmung

Wer seine Fassade dämmt, profitiert von umfangreicher staatlicher Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Grundsätzlich gilt: Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden. Ein Liefer- oder Leistungsvertrag ist vorab nur zulässig, wenn er eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthält.

Einen vollständigen Überblick aller Programme bietet unser Leitfaden zur Förderung für die energetische Sanierung.

BAFA-Zuschuss für die Dämmung der Außenwände

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Dämmung der Fassade als Einzelmaßnahme mit einem Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt der Zuschuss auf 20 Prozent. (BAFA – BEG Einzelmaßnahmen Gebäudehülle)

Die förderfähigen Kosten sind beim BAFA auf 30.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt – mit iSFP erhöht sich die Grenze auf 60.000 Euro pro Wohneinheit. Beim BAFA ist die Einbindung eines zugelassenen Energieberaters Pflicht.

KfW: Ergänzungskredit für die energetische Sanierung

Ergänzend zu einer bereits bewilligten Zuschussförderung bietet die KfW einen zinsgünstigen Ergänzungskredit (Programm 358/359) für Einzelmaßnahmen wie die Fassadendämmung. Dieser beträgt bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit. Der Antrag läuft über die Hausbank. (KfW – Ergänzungskredit 358/359)

Wer eine umfassende Komplettsanierung plant und einen Effizienzhaus-Standard anstrebt, kann alternativ den KfW-Kredit 261 nutzen – hier gibt es zusätzlich einen Tilgungszuschuss. BAFA oder KfW: Welche Kombination sich lohnt, hängt vom Sanierungsumfang ab. Ein Energieberater hilft, das passende Förderprogramm zu wählen.

Fazit: Fassadendämmung lohnt sich – mit der richtigen Förderung

  • Außenwände und Dach zählen zu den wichtigsten Bereichen der Gebäudehülle
  • WDVS ist die Standardlösung für einschalige Außenwände
  • Kerndämmung und Einblasdämmung sparen Kosten beim zweischaligen Mauerwerk
  • Innendämmung nur wenn Dämmung von außen nicht möglich
  • Bis zu 20 Prozent der Kosten als Zuschuss über BAFA – ergänzbar durch KfW-Kredit
  • Antrag immer vor Vorhabenbeginn stellen – mit Energieberater auf der sicheren Seite

Wer seine Immobilie energetisch sanieren möchte, sollte frühzeitig eine Beratung in Anspruch nehmen. So lassen sich Förderberatung, Kosten und Umsetzung optimal aufeinander abstimmen.

Alle Dämmmethoden im Überblick finden Sie in unserem Hauptartikel Haus dämmen: Förderung, Zuschuss & Kredit.

Stand: Februar 2026 | Quellen: BAFA (BEG Einzelmaßnahmen), KfW (Ergänzungskredit 358/359, Kredit 261)

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Inhalte sorgfältig geprüft, dennoch ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.

Matthias Schmidt – Inhaber Ingenieurbüro Schmidt, Energieberater

Über den Autor

Matthias Schmidt

Als Bauingenieur (Dipl.-Ing. FH) und zertifizierter Energieberater habe ich jahrelang Sanierungen in der Region Köln und Duisburg begleitet. Mit der Gründung meines Ingenieurbüros habe ich diese Expertise gebündelt, um mein Wissen gezielt für die Förderprojekte von Hausbesitzern einzusetzen.

Jetzt anfragen